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Ich war gezwungen einen anderen Zug zu nehmen als üblich, da ich an diesem Tag etwas später dran war. | |||
Dieser Zug hatte eines dieser hinteren Abteile die ich nicht besonders mag (ich steige für gewöhnlich immer im hintersten Abteil ein), einer dieser Doppelstöckigen bei denen sich aber im oberen Stockwerk zwei gegenüberliegende Sitzreihen befinden! | |||
Ist man einer der unglücklichen der in diesen Reihen Platz nehmen muss, so ist man gezwungen fremden ins Gesicht zu starren, sofern man nicht krampfhaft auf den Boden oder über sie hinweg blickt. | |||
Natürlich war ich einer diese unglücklichen, mir gegenüber saßen zwei Jugendliche die sich mir nicht besonders einprägten, als ich jedoch auf den Boden blickte erkannte ich ihre Schuhe. | |||
Beide trugen die gleichen Schuhe in verschiedenen Farben, diese klobigen Nixe Airmax! | |||
So begann schließlich diese ungemütliche, unendlich lang erscheinende, Fahrt. | |||
Immer wieder wusste ich nicht wohin ich blicken sollte, ich blicke zu Boden, auf meine Schuhe und dann auf die Schuhe der Airmaxen. | |||
Während die Schuhe des einen recht hell und neu aussehen, so waren die anderen dunkel und schmutzig. | |||
Schnell hatten sich beide Sitzreihen vollständig gefüllt, ich jonglierte meinen Rucksack bereits auf meinen Knien. | |||
Sogar auf der kleinen Treppe und dem Platz vor der Fahrerkabine hatten sich Fahrgäste gesammelt. | |||
Doch plötzlich schreckte sie etwas auf. | |||
Fahrkartenkontrolle! | |||
Der Kontrolleur bahnte sich seinen Weg durch die Menschen, doch er wurde auf der Treppe jäh gestoppt. | |||
Einer der Fahrgäste hatte keine Fahrkarte! | |||
Wir auf der Sitzreihe hatten bereits unsere Fahrkarten gezückt, doch voreilig wie es schien. | |||
Mühsam nahm der Kontrolleur ein gerät aus der Tasche in das er die Daten des vermeintlichen Schwarzfahrers einzugeben versucht. Er mühte sich sehr, anscheinend hatte er Probleme damit die französische Adresse des Fahrgastes aufzuschreiben, der junge Schwarzfahrer blickte ihn dabei verlegen, fast schon entschuldigend an. | |||
Als diese Prozedur abgeschlossen war, erreichte der Zug gerade die Station des jungen Mannes, er stieg aus. | |||
So war der Zeitpunkt der Fahrkartenkontrolle also doch noch gekommen! | |||
Ich hielt meine Fahrkarte in der Hand, bereit diese mit einem lächeln hervorzuzeigen, denn ich hatte sie schließlich dabei und sogar parat! | |||
Der etwas korpulente Kontrolleur arbeitet sich die Treppe hoch und ich hielt meine Karte bereit. | |||
Doch er ging einfach an mir vorbei, schweigend und in aller Ruhe ging er weiter den Gang entlang, ohne zurückzublicken. | |||
Und ich saß bloß da, mit meiner Fahrkarte in der Hand. | |||
Als ich mich umblickte erkannte ich es, alle hatten ihre Karten längst weggepackt, selbst die Airmaxen! | |||
Langsam packte ich meine Karte ebenfalls weg und setzte diese elende Fahrt fort. | |||
[[Kategorie:Thread]] | |||
Aktuelle Version vom 15. Mai 2016, 02:38 Uhr
Johns unregelmäßiger Pendlergeschichten-Thread. John und Human Traffic geben dort gelegentlich Geschichten über ihre Erlebnisse im Zug zum Besten, um Lobedan zu erfreuen.
Einführung
Episoden von Human Traffic
Fahrkartenkontrolle
Es war gegen Mittag, die Sonne brannte heiß herunter. Leider bin ich mir bei den Details nicht sehr sicher, das Geschehen liegt einige Wochen zurück. Neulich erst kam es mir wieder in den Sinn, ganz plötzlich, ohne bestimmten Grund.
Ich war gezwungen einen anderen Zug zu nehmen als üblich, da ich an diesem Tag etwas später dran war. Dieser Zug hatte eines dieser hinteren Abteile die ich nicht besonders mag (ich steige für gewöhnlich immer im hintersten Abteil ein), einer dieser Doppelstöckigen bei denen sich aber im oberen Stockwerk zwei gegenüberliegende Sitzreihen befinden! Ist man einer der unglücklichen der in diesen Reihen Platz nehmen muss, so ist man gezwungen fremden ins Gesicht zu starren, sofern man nicht krampfhaft auf den Boden oder über sie hinweg blickt. Natürlich war ich einer diese unglücklichen, mir gegenüber saßen zwei Jugendliche die sich mir nicht besonders einprägten, als ich jedoch auf den Boden blickte erkannte ich ihre Schuhe. Beide trugen die gleichen Schuhe in verschiedenen Farben, diese klobigen Nixe Airmax! So begann schließlich diese ungemütliche, unendlich lang erscheinende, Fahrt. Immer wieder wusste ich nicht wohin ich blicken sollte, ich blicke zu Boden, auf meine Schuhe und dann auf die Schuhe der Airmaxen. Während die Schuhe des einen recht hell und neu aussehen, so waren die anderen dunkel und schmutzig. Schnell hatten sich beide Sitzreihen vollständig gefüllt, ich jonglierte meinen Rucksack bereits auf meinen Knien. Sogar auf der kleinen Treppe und dem Platz vor der Fahrerkabine hatten sich Fahrgäste gesammelt. Doch plötzlich schreckte sie etwas auf.
Fahrkartenkontrolle!
Der Kontrolleur bahnte sich seinen Weg durch die Menschen, doch er wurde auf der Treppe jäh gestoppt. Einer der Fahrgäste hatte keine Fahrkarte! Wir auf der Sitzreihe hatten bereits unsere Fahrkarten gezückt, doch voreilig wie es schien. Mühsam nahm der Kontrolleur ein gerät aus der Tasche in das er die Daten des vermeintlichen Schwarzfahrers einzugeben versucht. Er mühte sich sehr, anscheinend hatte er Probleme damit die französische Adresse des Fahrgastes aufzuschreiben, der junge Schwarzfahrer blickte ihn dabei verlegen, fast schon entschuldigend an. Als diese Prozedur abgeschlossen war, erreichte der Zug gerade die Station des jungen Mannes, er stieg aus. So war der Zeitpunkt der Fahrkartenkontrolle also doch noch gekommen! Ich hielt meine Fahrkarte in der Hand, bereit diese mit einem lächeln hervorzuzeigen, denn ich hatte sie schließlich dabei und sogar parat! Der etwas korpulente Kontrolleur arbeitet sich die Treppe hoch und ich hielt meine Karte bereit. Doch er ging einfach an mir vorbei, schweigend und in aller Ruhe ging er weiter den Gang entlang, ohne zurückzublicken.
Und ich saß bloß da, mit meiner Fahrkarte in der Hand.
Als ich mich umblickte erkannte ich es, alle hatten ihre Karten längst weggepackt, selbst die Airmaxen!
Langsam packte ich meine Karte ebenfalls weg und setzte diese elende Fahrt fort.